Petroglyphen von Tscholpon-Ata am Issyk-Kul: Felskunst aus Bronzezeit und Sakenzeit, bestes Fotolicht und private Führung mit Historiker.

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Alle anzeigenOberhalb von Tscholpon-Ata, dort wo der Kurort in die steinigen Ausläufer des Kungej-Ala-Too übergeht, liegt ein Feld aus Findlingen, das man leicht für eine gewöhnliche Moräne halten könnte. Erst aus der Nähe zeigen sich auf der dunklen, wie lackiert wirkenden Oberfläche Steinböcke mit mächtigen Sichelhörnern, Hirsche, Reiter und Schneeleoparden. Es ist eines der größten Freilichtmuseen für Felskunst in Zentralasien – und wohl der meistunterschätzte Ort am Nordufer des Issyk-Kul.
Die ältesten Darstellungen datieren Archäologen in die Bronzezeit, an die Wende vom 2. zum 1. Jahrtausend v. Chr. Die meisten stammen aus der Zeit der Saken und Usun: Die iranischsprachigen Nomaden hinterließen hier ihre typischen Hirsche und Steinböcke im „Tierstil“. Spätere Zeichnungen und Tamga-Stammeszeichen kamen in alttürkischer Zeit hinzu. An einem einzigen Hang verdichten sich so fast drei Jahrtausende Bildgeschichte der Steppe.

Gemalt wurde hier nichts. Die Künstler klopften die dunkle Wüstenpatina mit Stein- oder Metallwerkzeugen ab, bis das hellere Gestein darunter die Figur ergab. Deshalb verändern die Petroglyphen im Tagesverlauf ihr Gesicht – entscheidend ist der Sonnenstand.
Sehenswert sind auch die Steinkreise auf dem Gelände, die mit rituellen Praktiken in Verbindung gebracht werden. Wer schon den Burana-Turm und die Balbal-Steinfiguren im Tschuj-Tal gesehen hat, erkennt hier, wie sich die Bildsprache vom sakischen Hirsch zur türkischen Steinstele entwickelte.

Zugänglich ist das Gelände vom Frühjahr bis in den Spätherbst – für Fotografen zählt aber eher die Uhrzeit als die Jahreszeit. Mittags verschwindet das Relief fast vollständig. Früh am Morgen und in den letzten Stunden vor Sonnenuntergang modelliert das Streiflicht jede Rille, dahinter glänzt der See vor den verschneiten Gipfeln des Terskej-Ala-Too. Ende September und Oktober sind ideal: weiches Licht, klare Luft, kaum Besucher. Festes Schuhwerk ist Pflicht, die Pfade führen über steinige Hänge.

Allein durch das Steinfeld zu laufen ist einfach, das Gesehene zu deuten nicht: Die Beschilderung ist knapp, die schönsten Kompositionen liegen oft abseits des Hauptwegs. Auf xtravel-Reisen begleitet Sie deshalb ein Fachhistoriker – zum passenden Licht, ohne Gruppen, direkt zu den lohnenden Steinen. Danach folgt ein Abendessen mit Seeblick oder die Weiterfahrt an die ruhige Südseite des Sees, zum Märchen-Canyon Skaska und dem Südufer.
Die Petroglyphen eignen sich auch als ruhiger Tag vor aktiveren Etappen wie der Trekkingtour zum Ala-Kul-See. Inspiration finden Sie in unseren kuratierten Reisekollektionen – oder Sie schreiben uns, und wir schlagen Termine, Historiker und Unterkunft vor.
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